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Albert Wigand

Dresden hat die Ästhetik der malerischen Kultur stets hochgehalten. Einer, der dafür einen wichtigen Beitrag geleistet hat, ist der gebürtige Hesse Albert Wigand. Wigand, der nie im Rampenlicht der öffentlichen Wahrnehmung stand, jedoch von Freunden, Kunsthistorikern, Sammlern und Künstlern erkannt, verehrt und gefördert wurde, der sich bis zur Rente seinen Lebensunterhalt mit Hilfsarbeiten verdienen musste, hinterließ ein reiches Œuvre von wunderbaren Malereien, Zeichnungen und gegenstandsfreien poetischen Collagen. Insbesondere in Privatsammlungen und der Familie, aber auch in Museen, finden sich seine Werke. Jeder, der sie besitzt, wird nur sie nur ungern missen wollen, denn sie besitzen einen ganz eigenen Zauber und eine selbstverständliche Gültigkeit.

Das Neubrandenburger Stillleben, das innerhalb seines Schaffens von beachtlicher Größe ist, zeigt eine Fruchtschale und eine Karaffe auf einem runden Tisch. Diese äußeren Gegebenheiten verwandelt Wigand in seine ganz eigene poetische Bildwelt: Das Blatt ist streng gegliedert in Kreise und Linien, Gegenstände sind rhythmisch übereinander gestaffelt, Räumliches wird zur Fläche. Es gibt kein Vorn und kein Hinten. Alles ist bis ins Letzte ausgewogen, ist im Gleichgewicht, strahlt Harmonie aus. Diese wird unterstützt durch ein klares Farbgefühl. Der Bildträger ist dabei an vielen Stellen offen gelassen, die Bildformen sind gerastert und einzelne Flächen farblich unterschieden. Die sensible Farbgebung entstand Schicht auf Schicht in scheinbarer Leichtigkeit.

(Autorin: Elke Pretzel)